Nach langer Zeit wieder Neues aus Panama!

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Fotos aus dem Monat September

Ja, zwei Monate sind vergangen und so langsam sollte doch etwas von unserem Erfolg auf der Baustelle zu sehen sein. Waehrend dieser Zeit haben wir viel gelernt und durften alles, mal mehr mal weniger, machen und ueberall mit anpacken. Wir haben sozusagen Anteil an der Arbeit vom Fundament bis zum Dach. Ich muss zugeben, dass ich gerade am Anfang noch sehr kritisch war und alles nicht immer ganz so genau genommen wurde. Jetzt, kurz vor dem Abschluss ist doch alles sehr viel besser als zuerst angenommen. Ein bisschen Stolz bin ich schon und bei kommenden Projekten werde ich wohl etwas mehr zutun bekommen, weil ich ja jetzt alles schon mal gemacht habe.

Naechste Woche gibt es dann wieder etwas Grosses aus der weiten Welt, diesmal ein paar Fotos, damit man sieht, dass ich nicht nur Urlaub mache.

Heute will ich nichts schreiben, die Worte waeren so viel bitterer als die Ereignisse, die ich erlebte. 

Hier trotzdem die Fotos der Exkursion mit einer Studentengruppe nach Bocas del Toro, der Touristenhochburg Panamas. Vom 25.10 bis zum 28.10 verbrachten wir dort unsere Zeit an traumhaften Straenden und einer Bananenplantage. Viel wichtiger als das Gesehene ist wohl der entstandene Kontakt zu einigen Studenten, die mir hier das Einleben erleichtern und mir helfen Spanisch zu lernen. Vorher waren wir nur drei Deutsche in Panama und wir fuegten uns nicht so richtig ein. Jetzt gibt es Moeglichkeiten das Land auf eine andere Art kennenzulernen… weniger als Tourist.

Vom 12.10-16.10 ging es fuer eine Arbeitswoche das erste mal richtig in die Berg nach Batata.

Dies waren Tage in absoluter Armut, die man dem Gemuet der Leute aber kaum anmerkt. Wir lebten in einfachsten Verhaeltnissen in einer Lehmhuette und hatten ein sehr dreckiges und stinkendes Plumsklo. So fuehlt sich also das einfachste Leben an. Wir wurden sehr nett aufgenommen und konnten uns doch wohlfuehlen obwohl es eine neue Welt fuer uns war. Wir arbeiteten auf der Baustelle einer kleinen Kirche, bei der ich zum ersten Mal sehr selbststaendig arbeiten durfte. Desweiteren erlebten wir ein grosses Fest, welches von der kleinen Bergschule organisiert wurde, und besuchten die heissen Quellen. Leider wurde ich in den letzten Tagen unseres Aufenthalts krank. Die Naechte waren sehr kalt, die Morgende begannen mit der Sonne wie ein frischer Fruehlingstag in Deutschland. Kurz nach Mittag fing es dann fuer den Rest des Tages an zu regnen. Gegen 18 Uhr wurde es stockdunkel. Sogar nach einer Woche schon ein sehr eintoeniges Leben!

Diesmal sollen Bilder wirken.  

Vom 06.10 bis zum 08.10 waren wir eingeladen an den Festlichkeiten des Tages der Deutschen Einheit teilzunehmen und anschliessend einige Tage in der Residenz des Botschafters zu verbringen.

Mit dem 06. Oktober kam der langersehnte Tag, an dem wir nach Panama, wie die Hauptstadt hier einfach genannt wird, reisten. Schon einmal waren wir hier.. damals nach unserer Ankunft in einem voellig fremden Land. Diesmal viel mehr in dem fernen Giganten des schon vertrauteren Landes. Nach vier Stunden eisigster Busfahrt passierten wir die „Puenta de Americas“ und kamen in der Hitze Panamas an. In dieser Metropole, in der Weisse nicht jedes Mal gemustert und angestarrt werden, suchten wir uns ein moeglichst guenstiges Taxi zu der Residenz des Botschafters. Das ist nicht immer ganz einfach mit viel Gepaeck auf dem Ruecken und weisser Haut.

..Eine Residenz, was ist das wohl? Ein offizielles Gebaeude, eine Villa oder eine wahrlich fabelhafte Residenz? Als wir etwas spaet ankamen fanden wir es unmittelbar heraus. Das grosse Eisentor in der vier Meter hohen Mauer, die das Grundstueck umgab, oeffnete sich und wir wurden auf dem Vorhof von dem bereits bekannten Botschafter und seiner Frau herzlichst begruesst.

Kurz wurde uns das Haus und unsere Zimmer gezeigt, dann mussten sie schon los. Als Gastgeber mussten sie schliesslich zuerst zugegen sein. Spaeter wuerden wir dann ebenfalls gebracht werden. Das Haus war atemberaubend. Dieser kurze Rundgang durch gerade mal die Haelfte des Hauses konnte dem nicht gerecht werden. Die kleine Eingangshalle war mit weissem Mamor gefliesst und in dunkles Holz gefasst. Das ganze Haus war hell und von Licht durchstroemt. So hatte ich mir mein Traumhaus wohl immer vorgestellt! In dem direkten Kontrast zu den panamaischen Standarts und unserer bescheidenen Bleibe in Santiago schien das alles nur noch genialer und raubte mir den Verstand. Vor lauter Glueck konnte ich mein Grinsen nicht mehr abstellen. Unser persoenliches Badezimmer war mit einer grossen bis sehr grossen Dusche versehen und die Waende waren weiss und rot gefliesst. Um wirklich keine Missverstaendnisse aufkommen zu lassen war „unser Badezimmer“ nur das Badezimmer von Niklas und mir. Carina hatte ein eigenes Zimmer mit eigenem gigantischen Badezimmer… natuerlich. Drei grosse Wohn- und Essraeume befanden sich an der Rueckseite des Hauses, das so gross war, dass man sich des Nachts wohl wirklich darin verlaufen koennte. Die Rueckseite des Hauses bestand nur aus Glas und lies die Wohnung erst so hell werden. Von dort konnte man auch in den Garten mit dem gruenen, getrimmten Rasen, dem Pool, Yakuzzi und dem Poolhaus sehen. Dann wurde aber das alles noch uebertroffen von der Kueche, welche auch an der Rueckseite des Hauses lag. Einfach riesig, mit vielen weissen Schraenken, einem grossen Kuehlschrank und einer Arbeitsplatte aus schwarzem Stein in der Mitte des Raumes. Das war nun wirklich die Kueche meiner Traeume.

Schliesslich ging es, dem Anlass entsprechend gekleidet, in das Theater im alten Teil der Stadt, „Casco Viejo“. Hier standen noch viele Gebaeude aus der Zeit des spanischen Kolonialismus, aus der Zeit als Spanien die ganze amerikanische Welt beherrschte. Fuer die Unterhaltung sorgte die leipziger Band „Anacord“ mit Liedern der deutschen Romantik im Akapella-Stil. Anschliessend gab es dann in einem grossen Saal eine Ansprache des Botschafters. In dieser von den Beziehungen von Deutschland und Panama handelnen Vortrag wurden letztlich auch wir als „Freiwillige der guten Sache“ namentlich genannt. Nun ging das steife offizielle zu einem froehlichen Fest ueber und es wurde siche ausfuehrlich mit anderen Auslaendern ausgetauscht. Es waren sehr viele Europaer und vor allem Deutsche da. Es sollte vor allem durch deutsche Bratwuerste (vielmehr amerikanische Hotdogs) und Weissbier ein deutsches Fest werden. Das Bier zumindest war nicht nur bei uns sehr begehrt.

In der Nacht ging es dann mit dem Botschafter im BMW zurueck in die Residenz. Am Ende dieses ereignissreichen Abends genehmigten wir uns im Wohnzimmer noch ein paar franzoesische Kaesehaeppchen, Brot und guten Wein mit dem Botschafterpaar.

Am naechsten Morgen fruehstueckten wir sehr ausgelassen und genossen, dass es gutes Brot, Marmelade, Wurst und Kaese zum Fruehstueck gab. Es war einfach herrlich ueber die ganzen so kostbaren Koestlichkeiten zu verfuegen, die in Deutschland zwar gewiss normal sind, doch auf die wir in dem letzten Monat gaenzlich verzichtet hatten. Als dann die beiden Gastgeber ihren beruflichen Taetigkeiten nachgingen genossen wir die Freiheit im Haus, die sie uns sehr gastfreundlich eingeraeumt hatten. Niklas gedachten direkt nach dem Fruehstueck den Pool auszuprobieren. Grandios in der schwuelen Hitze Panamas im Pool zu planschen mit Palmen und der Skyline der Stadt im Hintergrund. Spaeter schlaenderten wir durch „Panama Viejo“, vorbei an den alten Ruinen und entlang am Meer. Mit dem Txi ging es dann erneut nach „Casco Viejo“, dass inmitten von aermeren Vierteln liegt. Dort gab es nicht besonders viel zu sehen, wie so oft auf dem amerikanischen Kontinent, ausgenommen die Natur oder die Bauwerke der amerikanischen Epoche. Hie und da gab es einem dem einen oder anderen Freiheitskaempfer oder nationalen Feiertag gewidmeten Platz mit Statuen. So viel kuenstlich monumental Geschaffenes, wie ich finde. Schliesslich war dann noch Shoppen auf der Via España angesagt, der Einkaufsmeile ueberhaupt. Es gibt eigentlich alles, was das Herz begehrt und einmal mehr erinnerte Panama City an eine US-amerikanische Grossstadt.

Am Abend schwammen wir im Dunkeln im Pool und ruhten uns so auf eine ganz ungewoehnliche Art und Weise aus. Nach dem fuer uns zubereiteten Essen sassen wir wieder mit dem Botschafter und seiner Frau zusammen, hoerten uns die interessanten Geschichten eines erfahrenen Diplomaten an und genossen deutschen Weiswein.

Am naechsten Tag sollte es dann schon zurueckgehen. Folglich genossen wir nochmal alle Vorzuege des Lebens in der Residenz. Wir fruehstueckten im grossen Masse und nutzten den Pool ein letztes Mal. Ich lass in den freien Minuten die Frankfurter Allgemeine Zeitung und lies mich im gemuetlichen Wohnzimmer nieder. Bald aber schon ging es mit dem Taxi zum Terminal, in einer grossen Mall wurde zu Mittag gegessen und es ging zurueck in die so andere Welt nach Santiago.

 

 

Am 03./04.10 ging es fuer ein Wochenende an die Pazifikkueste auf der Halbinsel Azuero in der Naehe von Llano Mariato. Knapp eine Stunde vor Abfahrt wurden wir von Dilcia, einer Mitarbeiterin von Cepas, gefragt, ob wir nicht lust haetten spontan ein Wochenende mit ihr und ihrere gesamten Grossfamilie (Onkel und Tanten eingeschlossen) zu verbringen.

Ueber holprige Strassen ging es zwei Stunden zum Haus von Dilcias Tante und Onkel. Dort bezogen wir Quartier und bekamen etwas zu essen. Leider wurden wir hier von den „campesinos“ (Landbewohner) nicht so herzlich aufgenommen, wie wir es bisher gewohnt waren. Panameños, die nichts mit Auslaendern zutun haben, sind oft nicht sehr herzlich im Umgang mit diesen. Die lange Fahrt wurde aber durch einen herrlichen Steinstrand mit Palmen und Bergen im Hintergrund entschaedigt. Den zweiten Tag verbrachten wir komplett mit der Familie, wobei wir im „Haushalt“ halfen. Ich durfte Holz hacken und den Rasen maehen, dann Mais mahlen und zu einer Suppe machen. Mit jeder Taetigkeit, die wir uebernahmen, stieg merklich unser ansehen und wir wurden immer haeufiger in Gespraeche einbezogen. Der Nachmittag wurde fuer einen gemeinsamen Strandbesuch ausgewahlt. Mit einem Gelaendewagen, einem Pickup und einem Pferd traten wir den Weg zu einem angeblich noch schoeneren Strandabschnitt an. Hier muendete ein kleiner Fluss ins Meer. Zwei Jungen, Niklas und ich nutzten die herrlichen Wellen und das gute Wetter um im Meer schwimmen zu gehen. Schnell stellte sich heraus, dass knapp unter der Wasseroberflaeche scharfe Felsen und Steine waren. Den Jungs machte das scheinbar gar nichts aus, Niklas und mir schon eher. Vorsichtig tasteten wir uns immer weiter hinein, wobei wir das ein oder andere mal gegen die Steine gespuelt wurden. Weiter draussen war das Wasser dann doch tief genug zum schwimmen und wir stuerzten uns in die Wellen. Als wir uns dann wieder am Strand waren bemerkte ich meine Schmerzen und sah, das meine Fuesse ganz aufgeschnitten waren. Kein so tolles Ende fuer einen Strandtag. Ich nahm mich bei der weiteren Gestaltung des Tages ein bisschen raus, setzte mich zu den Maennern der Familie und genehmigte mir ein Bier. Doch irgenwann konnte mich das Bier nicht mehr halten und die Lust einen Staudamm zu bauen ueberkam mich. Schnell mobilisierte ich die Jugend und vonueberall her wurden Steine zusammengetragen. Ein waheres Gemeinschaftsprojekt…

Schliesslich fing es sehr stark an zu regnen… agua cero… und wir machten uns schnell auf den Heimweg. Wir Jungs sassen zu fuenft hinten auf dem Pickup und wurden nicht nur sehr nass, sondern auch sehr durchgeschuettelt, als der Fahrer versuchte die Strecke moeglichst schnell zurueckzulegen… Wieder einmal pures Abenteuer. Voellig nass und erschoepft im Fahrtwind auf der Ladeflaeche eines klapprigen Gelaendewagens ohne Rueckwaertsgang.

 

Am spaeten Nachmittag verabschiedeten wir uns. Es wurde sehr ueberraschend ein herzergreifender Abschied, bei dem uns jeder die Hand schuettelte und wir wertgeschaetzt wurden. Der Mann des Hauses, schon ueber achtzig, genehmigte sich und uns noch einen Schnaps und lud uns dann zu seinem Geburtstag ein. Dieser Mann, der sich am Vorabend noch so zurueckgehalten hatte wollte nun meine Hand gar nicht mehr loslassen. Dann sprach seine Frau noch ein Gebet fuer uns alle und es ging zurueck nach Santiago de Veraguas..

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links die Kirche, nach typischer Form der Indiohuetten gebaut, und rechts das Ende der Prozession

Am 01.10 ging es fuer einen Tag in die zivilisierten Berge nach Buenas Aires.

Es ging also in ein kleines Bergdorf zu einer religioesen Festlichkeit. Schon seit Jahren war ich nicht mehr in der Kirche gewesen und nun direkt eineinhalb Stunden. Es wurde die erste Kommunion gefeiert. Sogar der hochangesehende Bischof war zugegen. Beeindruckend war fuer mich welche Bedeutung die Religion in diesem Teil der Welt noch hat. Die Menschen aus der gesamten Gegend kamen in diese „grosse“ Kirche und feierten den Gottesdienst. Dabei lief es ganz anders ab als eine Messe in Deutschland.. zumindest soweit ich mich erinnern kann! Es wurde gesungen und geklatscht und die Menschen waren froehlich. Eine ehrfuerchtige Bedruecktheit war nicht zu spueren. Zu Beginn war das alles noch sehr interessant, flachte dann aber spaeter in endlosen spanischen Predigten ab und wurde sehr langweilig. Anschliessend aber zogen wir in einer Prozession aus der Kirche durch den Ort. Die Menschen sangen laut und trugen die selbstgebauten und reichgeschmueckten Altare und Schreine mit sich. Wie es bei Festen ueblich ist wurden viele Feuerwerkskoerper gezuendet.

Spaeter assen wir in einem Internat, was wohl in Zukunft ab und zu der Stuetzpunkt fuer unsere Arbeit in den Bergen sein soll. Hier sollen wir an Wochenenden Erwachsene in Englisch unterrichten und ihnen so Bildung ermoeglichen. Von hier aus sollen wir auch in die hoehergelegenden Bergdoerfer aufbrechen, die teilweise nicht mehr mit dem Auto zu erreichen sind.

Auf der Rueckfahrt durften Niklas und ich auf der Ladeflaeche des Pickups sitzen. Hier stoert die Klimaanlage nicht und man bekommt noch etwas von der Natur mit. Es war wieder einer dieser Momente in denen ich froh bin in Panama zu sein. Abenteuer!

Vom 23./24.09 besuchte ich in den Bergen den Chef der Baustelle, einen Freund.

Mittags wurde ich von Savino, dem Chef der Baustelle, mit einem alten Pickup abgeholt. Da er kein eigenes Auto hat, hatte er einen Freund gefragt, der in Santiago Sachen zu erledigen hatte. Zuerst ging es ein ganzes Stueck auf der „Interamericana“ Richtung Norden. Dann ging es abseits von befestigten Strassen auf schmalen und schlammigen Wegen weiter. Hier war der Allradantrieb des Wagens driegend noetig. Immer tiefer fuhren wir ins Landesinnere zuerst ueber schlechte Wege, dann durch breite Fluesse und auf schlammigen Pisten Huegel hinauf. Allein das war ein Abenteuer. In jedem Fluss dachte ich von neuen, dass es hier nicht weiter gehen kann und jedes mal wenn wir im Schlamm stecken blieben spielte ich schon die verschiedenen Befreiungsszenarien durch. Doch irgendwie ging es immer weiter..

 

Die Familie

 

Im tiefsten Hinterland Panamas angekommen wurde mir zuerst einmal die ganze Familie samt Onkel und Oma vorgestellt. Hier also hatte Savino sein Heim eingerichtet. Herrlich! Es gab ein grosses Haus und nebenan ein kleines Haeuschen mit Kueche, eine grosse Rasenflaeche umgeben von einem Bach und einen Teich mit Fischen. In unmittelbarer Naehe gab es ein Maisfeld und hinter dem Haus war ein sehr hoher Huegel, von dem aus man die ganze Umgebung betrachten konnte. So musste ich mir als Kind das Paradies vorgestellt haben. Alles was man zum Leben braucht war vorhanden. Hie und da liefen Huehner umher, es gab Fisch und Mais und ueberall verstreut wuchsen Yukas, eine Knollengewaechs, welches wohl am ehesten mit der gemeinen Kartoffel zu vergleichen ist. Hinter dem Haus war ein Maulesel angebunden. Haus und Hof wurde von einem tuechtigen Hund bewacht. Savino, der zweifelsohne absolut pragmatisch und wirtschaftlich denkt, hatte sein Berghaus, in einer Gegend in der es keine Elektrizitaet gibt, mit zwei Solarzellen versehen und einen Kiosk im vorderen Teil des Hauses eingerichtet. Dort kam ueber den Tag verteilt alle Bewohner von „Llano Grande“ einkaufen.

Am Nachmittag tollte ich mit seinen drei Soehnen auf der Wiese rum und wir spielten Fussball. Phaenomenal, wie etwas einfaches wie Fussball immer wieder Bruecken schlagen laesst. Die Kinder, die mich vorher zweifelsohne kritisch beaeugt hatten, wollten auf einmal gar nicht mehr aufhoeren zu kicken und jeder stellte seine kleinen Tricks zur Schau. Anschliessend musste ich alle Fragen ueber Deutschland und das Leben dort beantworten. Mit meist gebrochenem Spanisch versuchte ich ihnen ein realistisches Bild zu vermitteln. Es war Momente, in dem mir wieder auffiel, wie viele Unterschiede es in allen Bereichen des Lebens gibt. Am Abend versuchte ich mich dann an meiner ersten spanischen Lektuere, „el principito“ (der kleine Prinz). Bei der Uebersetzung wurde ich tatkraeftig von meinen neuen „amigos“ unterstuetzt. Desweiteren gingen wir auf den grossen Huegel und ich verschaffte mir einen Ueberblick, wir sammelten Holz fuer ein Feuer, gingen auf das Maisfeld und pfluegten soviel wir brauchten und suchten die ein oder andere Yuka. Am naechsten Tag lernte ich eineinhalb Stunden mit Savino Deutsch. Ich brachte ihm alle Vokabeln des Baus bei (welche jene waren, die auch ich zuerst gelernt hatte), die Zahlen und einige Redewendungen.

Ich auf einem leider viel zu kleinen Pferd mit zu kleinem Sattelzeug..

Einen Absatz moechte ich dem Essen und der Gastfreundschaft widmen. Nie zuvor wurde ich so herzlich empfangen und aufgenommen. Hier musste ich keine Gedanken machen ob hinter meinem Ruecken schlecht ueber mich geredet wurde. Ich lernte viele typische Gerichte kennen. Am ersten Tag gab es Reis, Linsen, Huehnchen und als Nachtisch ein buttermilchaehnlicher Pudding. Am Abend gab es dann Reis und Rindfleisch dazu einen Tee aus Zitronengras, welches wir vorher gepflueckt hatten. Koestlich. Am naechsten Morgen dann einen grossen Teller Yuka mit gerilltem Fleisch. Bei jedem Essen bekam ich die doppelte Portion von dem, was der Hausherr bekam. Jeder in dieser Familie gab es sich mit weniger zufrieden nur um mir moeglichst viel zu lassen. Niemand aergerte sich darueber, dass er weniger zu essen hat und niemand dachte, dass ich der dumme Europaer bin, der hier soviel verschlingt. Das war die wahre Herzlichkeit, die man in Deutschland vergeblich sucht.

Am Sonntag machten wir uns dann auf Pferden auf in Richtung Santiago. Stundenlang ritten wir auf duennen Pfaden durch den Busch. Das war Abenteuer pur. Die Sonne knallte aus dem Zenit auf unsere Koepfe. Mal ging es langsam im Schritt voran, mal im Trab auf den besseren Wegen. An einem grossen Fluss, in dem viele Kinder schwammen und sich vergnuegten, machten wir Rast und er teile seinen kleinen Laib Maisbrot mit mir. Am Ende des Rittes setzten wir uns noch an einen Kiosk und tranken einige „Bierchen“. Ein tolles Ende fuer ein unvergessliches Wochenende!

die Kueche

Toilette und Dusche

Dieses Lied laeuft hier hoch und runter!

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